Römische Saline (lat. salinae)

Foto: Arheološkog muzeja Istre, Pula
Foto: Anton Unković

Im Meeresboden der Bucht Bijeca sind unter den Sandschichten Überreste einer römischen Saline erhalten geblieben, was auf die Bedeutung der Salzproduktion in der Antike hinweist.

Salz ermöglichte die Konservierung von Fleisch und Fisch beziehungsweise verlängerte die Haltbarkeit von Lebensmitteln. Von seiner Bedeutung zeugt auch die Bezeichnung für den römischen Sold (salarium), da römische Soldaten manchmal mit Salz bezahlt wurden. Eine der bekanntesten römischen Straßen, die von Rom zur Adria führte, hieß Via Salaria oder Salzstraße.

Vor etwa zweitausend Jahren war die Bucht Bijeca ein lebendiger Produktionsort sowie ein Zentrum des Wissens und der Fertigkeit in der Salzgewinnung und Salzernte. Aufgrund der kleineren Ausmaße der Saline (etwa 10 ha) wurde das Salz aus Bijeca wahrscheinlich auf dem Markt des ager in Pola vertrieben.

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Foto: Anton Unković

Von der erhaltenen Architektur der Saline sind die Überreste des Hauptkanals der Saline (Canalis principalis) am besten erforscht und dieser ist in einer Länge von 48 Metern erhalten geblieben. Es handelt sich um den Hauptzuführungskanal, der die Saline mit dem offenen Meer verband. An seinem Eingang befanden sich Stein-Holz-Schleusen, die während der Flut geöffnet wurden, damit Meerwasser in das System gelangen konnte, und vor der Ebbe geschlossen wurden, um das Meerwasser innerhalb der Saline zurückzuhalten.

Aus dem Hauptkanal wurde das Meerwasser mithilfe von Schleusen, kleineren Seitenkanälen und Holzrohren in ein größeres Absetzbecken (sextaria), wo der Verdunstungsprozess begann, geleitet. Während das Wasser nach und nach salziger wurde (Sole), gelangte es in flachere Verdunstungsbecken und schließlich in das flachste Becken, in dem es zu Salz kristallisierte (crystallizaria). Das so gewonnene Salz wurde von Arbeitern, den sogenannten salinarii (salinatores), von Hand mit Holzrechen und Schaufeln, einfachen Werkzeugen, mit denen auch in späteren Jahrhunderten das kostbare Meersalz gesammelt wurde, geerntet.

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Foto: Anton Unković

Der Hauptkanal der Saline in Bijeca wurde aus behauenem Kalkstein in der als opus quadratum bekannten Bautechnik, die charakteristisch für die römische Baukunst ist, errichtet. Die Außenseite des Kanals war mit hydraulischem Mörtel (opus signinum) versiegelt, um das Austreten von Meerwasser zu verhindern. Der Kanal verfügte über Nebenkanäle sowie mehrere Schleusen, mit deren Hilfe der Zufluss des Meerwassers im Prozess der Salzgewinnung reguliert wurde. Der Boden des Kanals bestand aus Eichenholz, während die inneren Seitenwände ebenfalls mit wasserundurchlässigem Mörtel und stellenweise auch mit Holzbrettern verkleidet waren.

Der Kanal erstreckte sich von der damaligen Meeresküste zu den Salzbecken über eine Länge von 48 Metern. Am Ende des Kanals befand sich ein größeres steinernes Wehr für eine hölzerne Schleuse, welche den Zufluss des Meerwassers in die Verdunstungs- und Kristallisationsbecken regelte. Insgesamt befanden sich entlang des gesamten Kanals fünf bisher erforschte ähnliche Wehranlagen mit einem Höhenunterschied von einem Meter, wodurch eine strenge Kontrolle des Wasserspiegels in den Salzbecken, die vom direkten Einfluss der Gezeiten und hydrometeorologischen Bedingungen isoliert waren, ermöglicht wurde.

Im Kanal und in seiner Umgebung wurden bei archäologischen Untersuchungen verschiedene hölzerne Bestandteile der Produktionsanlage der Saline gefunden. Erforschungen betrafen hölzerne Eichenrohre, von denen einige in einer Länge von über fünf Metern erhalten geblieben sind, ferner Holzböden, Wehranlagen, Schleusen, Kästen sowie Holzpfähle, die als Fundamentierung der Mauern dienten. Die hölzernen Überreste der Saline blieben dank des anoxischen Sediments (sauerstofffreier Schlamm), in dem die Saline errichtet worden war, erhalten.

Im westlichen Teil der Bucht sind ebenfalls die Überreste von zwei gemauerten Kanälen, die der Saline dienten und mit steinernen Elementen von Wehranlagen zum Verschließen mittels Schleusen ausgestattet waren, sichtbar. Durch archäologische Untersuchungen des besser erhaltenen Kanals, der in einer Länge von mehr als 11 Metern und einer Breite von etwa 1,50 Metern erhalten geblieben ist, wurden zwei Wehranlagen zur Regulierung des Meerwasserzuflusses dokumentiert. Eine davon wurde als monolithisches Steinelement mit zwei quadratischen Aussparungen, die durch eine Rinne miteinander verbunden sind, ausgeführt.

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